Worte gegen den Wind ... Die Seite mit kritischer Lyrik und Satire

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Wahltag

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Warum "Worte gegen den Wind"

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Wenn der Briefträger dreimal klingelt

Wer ist denn Sarrazin?

Wie Drögelmanns den Weltuntergang überlebten (Teil 1)

Wie Drögelmanns den Weltuntergang überlebten (Teil 2)

Wie Drögelmanns den Weltuntergang überlebten (Teil 3)

Wiedervereinigung nachgeholt

Windstiller Morgen am Ufer der Weichsel

Wortergreifung

Zorniges Poem

Zwei 11. September

Zwei kurze


Idole
1.
Den Spießern in die Suppe gespuckt 
die Heuchler bloßgestellt 
verlogene Moral entlarvt 
und eine allzu freie Marktwirtschaft 
aus den heiligen Hallen gejagt.
Sich selbst erkennen im Anderen 
reden - so, dass man verstanden wird 
falsche Vorschriften freimütig missachten 
gewaltlos ein Stück Welt verändern 
und bei sich selbst anfangen.
Augenöffner, Wundenheiler, Weinsäufer 
Freund der Frauen und Friedfertigen 
Hoffnung der Armen 
Anwalt der Verachteten 
Fesselnabstreifer, Freischwimmer.
Sorge dich nicht, lebe 
bewusst, genussvoll, verantwortlich 
lieber arm aus Überzeugung 
als reich auf Kosten anderer 
besser sich selbst opfern 
als seinen Glauben 
an das Gute im Menschen 
an eine höhere Gerechtigkeit 
an die eigene Bestimmung 
an die Macht der Liebe.
 
2.
Aus ähnlichem Holz geschnitzt 
die Posterikone 
der ohnmächtige Arzt 
der ungeduldige Mensch 
und Gerechtigkeitsfanatiker 
Freiheit suchender Gewaltheiliger.
Ideale nicht nur vorleben 
nicht bürokratisch erstarren lassen 
sondern auf der ganzen Welt kämpfen 
gegen Elend, Ausbeutung und Tyrannei 
gegen Gleichgültigkeit, Angst und Unterwürfigkeit.
Umgebracht am Ende von denen 
die diesmal genau wussten, was sie taten.
Oder doch wieder nicht?
 
3.
Einfaltspinsel, Faulpelz, Flegel, Großkotz 
Modemuffel, Pechvogel, Streithammel, Tollpatsch 
fast alle menschlichen Schwächen verkörpern 
seine Launen nach Herzenslust leben 
und ohne große Schuldgefühle 
öfter mal an sich selbst denken.
Keinem Fettnäpfchen aus dem Weg gehen 
sich ständig Schwierigkeiten schaffen 
immer pleite, ewig jung 
und stets der Alte bleiben 
zu Damen mal charmant, mal Ekel sein 
zu Kindern gern auch mal gemein 
und trotzdem liebenswert.
In der Schule vergeblich verboten: 
zu sprechblasenhaft der Charakter 
zu unernst, zu blabla, zu bunt 
und falsche Bescheidenheit war es nicht 
was ihn berühmt machte 
aber Schnattern gehört schließlich zum Mundwerk.
Stehaufmännchen 
im Kampf ums alltägliche Dasein 
erfolgreichster Versager der Welt 
unsterblicher Ritter 
im Matrosenanzug.
 
Die Leitbilder meiner Jugend: 
Jesus, Che Guevara und Donald Duck. 

Das Gedicht erschien 2005 unter dem Titel "Die Leitbilder meiner Jugend"
in der Anthologie "Poetische Porträts" im Husum Verlag, Husum.
(ISBN 3-89876-223-8 142-44)
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