Worte gegen den Wind ... - Die Seite mit kritischer Lyrik und Satire

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Morgen im März *

Schöner wär’s im Bett zu bleiben,
doch nicht nach Wünschen fragt die Pflicht
und nach der Stechuhr nicht
die zugefrornen Autoscheiben.

Kratzen, Wischen, Händereiben,
der Motor kommt nur schwer auf Touren –
am Straßenrand im Nebeltreiben
setzt ein Hase Hoppelspuren.

Dorf und Weg im Dämmerlicht
und wo der Nebel langsam bricht,
liegt braun das Land und weiß gefleckt
hält sich der Frühling dort versteckt.

Dann steigt die Sonne über Purpurhügel,
es scheint, als ob der Himmel brennt;
ein Krähenschwarm flockt schwarz am Firmament –
aus Autoreifen werden Flügel.

Doch der Pförtner sieht sie nicht,
die Werkssirene heult zur ersten Schicht,
und vor den Toren der Fabrik
bleibt eine Spur von Glück zurück.


* Das Gedicht erschien erstmals 1991 in der Anthologie
"Die Jahreszeiten", Edition L, Loßburg; ISBN 3-927932-41-8
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