Worte gegen den Wind ... Die Seite mit kritischer Lyrik und Satire

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Warum "Worte gegen den Wind"

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Wie Drögelmanns den Weltuntergang überlebten (Teil 1)

Wie Drögelmanns den Weltuntergang überlebten (Teil 2)

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Wiedervereinigung nachgeholt

Windstiller Morgen am Ufer der Weichsel

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Zorniges Poem

Zwei 11. September

Zwei kurze


Siegfried Schüller
Warum "Worte gegen den Wind"?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Dies ist keine Webseite mit Tipps für Segler und Windsurfer. Die Frage „Was tun, wenn der Wind zu stark oder aus der falschen Richtung bläst?“ wird hier also nicht und wenn doch, dann anders beantwortet werden.
„Worte gegen den Wind“ ist auch keineswegs eine Seite gegen die friedliche Nutzung der Windenergie und pro Atomkraftwerke, und es finden sich hier auch keine Beschwörungsformeln gegen lästige Blähungen. Wer aber – durch Zufall oder gezielt – als Surfer trotzdem hier hängen bleibt, sei willkommen!

Aber gibt es denn nicht schon genug Webseiten? – Ja, klar!
Und gibt es nicht schon genug Leute, die alles, was sie für wichtig halten, übers Internet hinausposaunen? – Sicherlich!
Warum also dann dem, was es schon im Überfluss (und für manchen vielleicht auch zum Überdruss) gibt, noch etwas hinzufügen? – Weiß ich auch nicht.
Vielleicht, weil es etwas in der Art bisher noch nicht gab?
Nein! Es ist nur, weil ich ein Dichter bin.
Und es liegt in der Natur des Dichters, dass er das, was er zu sagen hat, für wichtig und mitteilenswert hält. Und weil andere viel zu selten der gleichen Meinung sind und seine Worte an die Öffentlichkeit bringen, so muss er es eben selbst tun.
Selbsthilfe also – dem World Wide Web sei Dank – und kostengünstig obendrein.

Außerdem ist es seit Jahrhunderten eine gute Tradition der deutschen Dichtung:
Von Walther von der Vogelweide über Schiller und Heinrich Heine, von Berthold Brecht bis hin zu gegenwärtigen Lyrikern – und dazu zähle ich auch Liedermacher wie etwa Wolf Biermann, Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader und Konstantin Wecker – hat es immer schon Dichter gegeben, die ihre Stimme erhoben und sich eingemischt haben, gerade gesellschaftskritisch und politisch – und wer da wartet, bis er gefragt wird, der kann lange warten.

Es geht also hier ganz bestimmt nicht um Lyrik aus dem berühmten Elfenbeinturm. Überhaupt, Elfenbeinturm! – Wer sitzt denn heutzutage im Elfenbeinturm? – Der Dichter? – Eher nicht.
Die meisten Dichter (oder Autoren oder Schriftsteller) verfügen eher über weit unterdurchschnittliche Einkommen; viele können sich nur mit Nebenjobs und/oder Hartz IV mühsam über Wasser halten – es sei denn, sie haben einen gut bezahlten Brotberuf (oder einen gut verdienenden Partner).* – Längst vorbei die Zeiten also, als es noch wohlhabende, meist adlige Mäzene gab und man von diesen oder von selbst erbettelten Almosen zehren konnte.
Ein Dichter wird es sich also in der Regel eher nicht leisten, sich satt und zufrieden mit sich selbst und der Welt zurückzulehnen und nur die schönen Seiten des Lebens zu beschreiben, weil er die anderen Seiten vielleicht gar nicht kennt oder nicht sehen will.

Elfenbeinturm – halten sich da heute nicht eher Politiker, Bankmanager, Wirtschaftsfunktionäre und gewisse Professoren und Präsidenten von Wirtschaftsforschungsinstituten auf? Nicht alle, aber viele von ihnen sitzen in ihren komfortablen Nestern, schauen von hoch oben verächtlich herab auf „die da unten“, von deren Leben sie weniger Ahnung haben, als ein Kuckuck vom Eierausbrüten, glauben aber – meist ungefragt – zu allen Problemen ihre geschätzte Meinung absondern zu müssen.

„Worte gegen den Wind“ – da kommt einem vielleicht der Athener Demosthenes in den Sinn, der am Meeresufer mit Kieselsteinen im Mund gegen Wind und Brandung anredete und sie zu übertönen versuchte, bis seine Stimme stark und seine Rede deutlich war. Laut Überlieferung anfangs als Stotterer verspottet, galt Demosthenes später als größter Redner der Antike. Ob das, was er gesagt hat, immer gut und richtig war, sei dahingestellt.

„Worte gegen den Wind“ – das mag auch an Don Quijote erinnern und seinen Kampf gegen die Windmühlen, die er in seiner Einfalt für gefährliche Riesen hielt. Die Windmühlen, gegen die „der Ritter von der traurigen Gestalt“ vergeblich anritt, standen in Cervantes’ Roman für den technischen Fortschritt und den Niedergang des Rittertums. Wofür die Windmühlen heutzutage als Symbol stehen könnten, das mag sich jeder selbst ausmalen.

Demosthenes und Don Quijote – ich distanziere mich von beiden: Vom Reden allein ändert sich nichts und sinnlose Gewalt ist auch keine Lösung.

Weiß der Besucher dieser Webseite jetzt, was ihn hier erwarten wird? – Nicht unbedingt! – Muss er auch nicht. – Ich weiß es ja selbst nicht so genau, aber ich hoffe, dass niemand sich langweilt.

Viel Spaß beim Weiterlesen und Surfen gegen den Wind wünscht

Unterschrift Siegfried Schüller


* Zur Situation der Schriftsteller gibt es einen interessanten  Artikel der Mittelbayerischen Zeitung  (über Marita Panzer, die Vorsitzende des VS Ostbayern) und einen weiteren zum Thema kann man hier nachlesen: Die meisten Schriftsteller leben hart am Existenzminimum.

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